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90 JAHRE Solidarität - Freiheit - Gleichheit - Gerechtigkeit - Toleranz sind 90 Jahre AWOVor 90 Jahren rief die Sozialdemokratin Marie Juchacz, genau am 13. Dezember 1919, den "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt" in der SPD ins Leben. Das daraus einer der größten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege wird hätte sie sich damals sicher nicht träumen lassen.
Das Deutsche Reich nach dem 1. Weltkrieg stark zerstört, politisch labil, wirtschaftlich am Ende und sozial am Ruin. Millionen Menschen leiden in Not und hungern. Die Kriegsversehrten, Opfer des Krieges, Witwen und die Waisenkinder sind ohne soziale Hilfen. Diese Massenverelendung in Deutschland war so bisher nicht gekannt. Es fordert die Selbsthilfe und die praktische Solidarität vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer geradezu heraus. Es liegt förmlich nahe, dass sich aus den verschiedenen Organisationen der Arbeiterbewegung eine sozialdemokratische Wohlfahrtsorganisation bilden sollte.
Es war nicht nur die aktuelle Not der Menschen, die zur Idee einer "Arbeiterwohlfahrt" führte. Politisches Ziel war, die unterdrückende Armenpflege des alten Regimes des Kaisers abzulösen und die Idee der Selbsthilfe und Solidarität in eine moderne Wohlfahrtspflege hinein zu tragen.
In den Zeiten der 20er Jahre war die Not so groß, dass sich hier innerhalb der AWO verschiedenste Einrichtungen und Dienste bildeten.
- Nähstuben
- Mittagstische
- Werkstätten
- Beratungsstellen
Die AWO hatte es sich damals wie heute zum Ziel gesetzt die Not zu lindern und ihr vorzubeugen. Sie wollte die Leistungen in der Wohlfahrt verbessern und setzt und setzte sich von je her für moderne sozialpädagogische und pädagogische Methoden ein.
Um der Vereinnahmung der NSDAP zu entgehen, löste sich die AWO selbst auf, arbeitete zum Teil noch im Untergrund und unter anderen Vereinsnamen weiter.
1945 nach der Befreiung von Krieg, Massenmord und Elend durch die Alliierten musste Deutschland in zwei deutschen Staaten neu anfangen. Es musste neu aufgebaut werden und die AWO war auch hier unmittelbar am eigenem Wiederaufbau tätig. Im Osten schnell unterbunden wurde 1946 in Hannover die AWO als parteipolitisch und konfessionell unabhängige und selbstständige Organisation wieder ins Leben gerufen. Die AWO war kein Anhängsel der SPD mehr und konnte nun natürlich auch dieser Partei Paroli bieten.
Als nun am 9. November 1989 die Mauer löchrig wurde und die Deutschen in Ost und West sich in die Arme fielen, war das auch für viele innerhalb der AWO die Chance ihre Organisation im gesammten Lande für alle Menschen zu organisieren. Es wurden Ost/West-Partnerschaften ins Leben gerufen und schon bald wurden die ersten Ortsverbände, Kreis- und Bezirksverbände gegründet. Landesverbände ergaben sich daraus und nur ein Jahr nach Fall der Mauer schließen sich die Landes- und Bezirksverbände der AWO in ganz Deutschland auf dem Bundestreffen in Berlin zusammen. Das war der denkwürdige 10.November 1990.
Am 22. September 1990 wurde der Bezirksverband Potsdam gegründet und am 18. März 2005 gründeten die Mitglieder hier in Potsdam-Waldstadt ihren Ortsverein.
Heute ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist einer der großen gemeinnützigen Wohlfahrtsverbände in Deutschland. Sie ist sowohl ein Mitgliederverband mit 450.000 persönlichen Mitgliedern als ein Sozialunternehmen mit an die 15.000 Einrichtungen und Diensten hier sind rund 145.000 Beschäftigte tätig. Die AWO ist Spitzenverband der "Freien Wohlfahrtspflege" und Vertreter sozialpolitischer Interessen gegenüber den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland. Die AWO ist in Deutschland föderal aufgebaut. In allen Regionen der Republik ist sie präsent. In europäischen und internationalen Zusammenschlüssen arbeitet die AWO aktiv mit.
Auf allen Feldern der sozialen Arbeit ist die AWO tätig. Die AWO setzt die Schwerpunkte in:
- der Altenpflege mit ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen,
- der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindergärten und Beratungsangeboten,
- der Behindertenhilfe mit Werkstätten und Wohnstätten.

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